Anonymität immer relevanter?

Das Thema Anonymität im Internet beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Jedoch geh ich generell davon aus, dass ich nichts zu verheimlichen hätte. Dennoch möchte man vielleicht das ein oder andere mal auch unerkannt durch das Internet gehen. Vor allem wenn Google & Co. an immer mehr Daten interessiert sind. Schließlich gehört die Zukunft erneut der Internet-Werbung. Folglich möchten die Unternehmen besonders aussagekräftige Informationen über ihre Nutzer erhalten.

Hier ein kleines Beispiel des Problems der unbedarften Verbraucher und Internetnutzer (Auszug von Wikipedia: Anonymität im Internet):

Für viele Probleme hinsichtlich Anonymität gibt es technische Lösungsmöglichkeiten. Die größte Gefahr stellt jedoch der unbedarfte Umgang mit den eigenen Daten dar. So geben immer mehr Kunden ihre Daten freigiebig für Bonussysteme wie Kundenkarten oder für Preisausschreiben heraus, ohne zu wissen, was mit diesen geschieht. Ein Internetnutzer, der sich in der Regel mit Fragen von Datenschutz und Datensicherheit nicht auskennt, gibt regelmäßig sogar Informationen von sich preis, ohne es überhaupt zu merken. Wer sich schützen will, kann im Netz zahlreiche Seiten zum Selbstdatenschutz finden, die mit kostenlosen Informationen und sogar kostenloser Software und konkreten PC-Sicherheits-Tipps weiterhelfen. Anonymität ist in der Praxis nur zu gewährleisten, wenn auch die Internetnutzer ihren Beitrag zur Sicherung ihres Computers und ihrer Internetverbindung leisten.

Dass dieses Thema mittlerweile sehr aktuell ist zeigt ein heutiger Beitrag den ich in einer Nachrichtensendung gesehen habe. Mal davon abgesehen, dass die Form der dort verwendeten IP-Adressen nicht korrekt war, ist es dennoch interessant zu sehen wie jedem Heimanwender dieses Thema nahe gebracht wird.

In dem speziellen Beitrag wurde JAP der TU-Dresden vorgestellt. Ersten Kontakt mit diesem Dienst hatte ich 2000 oder 2001. Habe jedoch wegen schlechter Performance schnell das Interesse daran verloren. Zudem waren solche Anomyzer zu dem Zeitpunkt nicht wirklich sehr gern gesehen. Auch bei anderen Diensteanbieter sind deren IP-Adressen teilweise gesperrt gewesen.

Heute gibt es einen weiteren sehr interessanten Dienst: Tor. Ein paar kleine Tests haben mich generell überzeugt. Allerdings ist hier die Performance sehr stark von den einzelnen Nodes abhängig. Kollege Kris machte es vor und betreibt selbst eine solche auf seinem Server.

Ich bin sehr gespannt was die Zukunft bringen wird. Fakt ist, dass es uns auch helfen kann wenn ein paar Daten über unser Nutzerverhalten bekannt sind. Vor allem in Bezug auf Werbung bekommen wir dann vielleicht endlich sinnvolle Produkte vorgestellt die zu uns passen. Um nur ein Beispiel zu nennen.

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3 Comments

Jochen LillichAugust 9th, 2006 at 13:07

Du hast da was missverstanden: wenn der Wechsel zu Seite B nicht durch einen Link auf Seite A erfolgte, dann bekommt B auch keine Referer-Information über A.

[URL]http://en.wikipedia.org/wiki/Referer[/URL]

Vorsicht im Web ist dringend anzuraten, sie sollte aber nicht in Paranoia ausarten.

augustoAugust 9th, 2006 at 13:41

Da hast du vollkommen recht. Sowohl mit dem Fehler als auch mit der Paranoia.

Da wollte ich extra ein anschauliches Beispiel nehmen und mach es auch noch prompt falsch. Peinlich… Werde ich durch was besseres austauschen. Danke für den Hinweis.

*UPDATE:* Beispiel über unbedarfte Internetnutzer hinzugefügt.

marcAugust 10th, 2006 at 11:09

Anonymität im Internet sollte eigentlich keine Ziel sein, für das jeder interessierte Nutzer kämpfen muss. Betreiber die dem deutschen Teledienstdatenschutzgesetz (ISP, private Homepages usw.) und Mediendienste-Staatsvertrag (Redaktionell gestaltete Webseiten wie z.B. Spiegel Online) haben die Pflicht dem Nutzer eine Anonyme Nutzung zu ermöglichen (soweit möglich).

Eine Entschuldigung und Rechtfertigung für das Interesse an Anonymität ist nicht erforderlich, sondern ein Recht das es einzufordern gilt.

Liebe Grüße,
marc

BTW: Auf einer meiner Server habe ich ebenfalls Tor installiert. Die technische Realisierung und das Konzept ist sehr gut, die Geschwindigkeit aufgrund der wenigen Nodes immer noch etwas mangelhaft.

BTW2: Die zusammenfassende Aussage zu den Inhalten des TDDSG und MdStv sind selbstverständlich im Detail noch etwas differenzierter.

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